Vieles hat man schon über die Hauptstadt Nordirlands
gehört, doch es verirren sich nicht viele Touristen
nach Belfast. Zu Unrecht wie ich feststellen konnte. Aber
auch ich bin mit einer ganz anderen Erwartung in diese Stadt
gekommen - positiv überrascht zu werden ist immer sehr
schön!
Jahrelang hat man nur über die IRA und die Bombenanschläge
in Nordirland gehört, doch mit dem "Good Friday
agreement" ist es ruhiger geworden.
Das berühmteste Hotel in Belfast ist das Europa. Es
ist das Hotel welches am meisten Bombenanschläge auf
der Welt überstanden hat - über 40!
Die Innenstadt ist sehr lebendig, neue Gebäude, viele
Geschäfte (vor allem Schuh und Sportgeschäfte),
Cafes und Pubs.
Die Strassen sind großzügig angelegt und im Vergleich
zu Dublin viel
sauberer. Die im Vergleich zu Dublin relativ hohen Gebäude
zaubern urbanes Flair in diese Stadt wo viele Schiffe (unter
anderem die Titanic) von Harland & Wolff gebaut wurden.
Es ist immer noch viel Industrie angesiedelt - davon zeugen
auch die Ölplattformen im Hafen.
Östlich vom Stadtzentrum fließt der River Lagan
ins Meer. Früher konnte man bei Ebbe immer den zum
Himmel stinkenden Schlamm sehen, doch seitdem kurz vor der
Mündung ein Wehr (Lagan Weir) errichtet wurde, hält
dieses das Wasser von der Flut zurück und der Schlamm
am Grund bleibt bedeckt.
Um die Stadt kennen zu lernen empfiehlt es sich eine
Bustour zu machen - diese starten am Donegall Square West.
Die Bustour führt in die "wilderen" Viertel
der Stadt (Falls Road, Shankill Road) die zwischen Hafen
und baumlosen Hügeln liegt. An vielen Häusern
gibt es "Wandmalereien" von den verschiedensten
paramilitärischen Organisationen wie z. B. die U.D.F
(Ulster Defense Force). Vergitterte Ampeln und Schaufenster
säumen die Strassen.
Die Polizeistationen erinnern mehr an eine moderne Festung
aus meterhohen Stahl- und Betonwänden, Kameras und
Stacheldraht. Viele Farbflecken auf den Wänden lassen
sie bunter aussehen.
Beeindruckend. Gepanzerte Polizeiautos und Radpanzer mit
Soldaten sind in den Wohngebieten keine Seltenheit. Katholische
und protestantische Einwohner werden in manchen Gebieten
durch so genannte Peacewalls auseinander gehalten. Peacewalls
bestehen aus Maurern oder Stahlwänden die hin und
wieder eine Öffnung haben. Bei manchen Häuser
fehlen sogar
Fenster zur Strasse hin, da sich die Bewohner vor Anschlägen
fürchten.
Die Bustour dauert 90 Minuten und hält auch bei Sehenswürdigkeiten
im Stadtzentrum.
Um die eigene Sicherheit muss man sich keine Sorgen machen.
Subjektiv empfinde ich es sicherer als in Dublin und dies
habe ich auch schon von anderen Nordiren gehört.
Wenn du schon mal im Norden der Insel bist, dann solltest
du dir unbedingt "Giant's Causeway" anschauen.
Von der HI Jugendherberge startet die Mini Bus Tour gen
Norden mit Ziel Carrick-a-rede Island, eine Insel die
nur über eine Hängebrücke über einer
Schlucht erreicht werden kann.
Weiter geht es dann zu den Giant 's Causeway. Grosse sechseckige
Basaltsäulen in verschiedenen Farben die ins Meer
ragen - 40.000 Stück.
Die Bus Tour findet einen angenehmen Ausklang in der ältesten
Whiskey Brennerei der Welt, der Bushmills Distillery.
Ein Glas Whiskey am Ende der Tour darf natürlich
nicht fehlen.
Conclusio:
Solltest du einmal in England, Schottland (Schottland
ist an der schmalsten Stelle weniger als 20 Km entfernt)
oder der Republik Irland sein, lohnt sich ein
kurzer Abstecher nach Nordirland auf alle Fälle.
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