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Kapstadt - an der Südspitze Afrikas
Angenehm warme Luft bläst uns entgegen, als wir - ein Freund und ich - das Flughafengebäude von Kapstadt verlassen und uns zu unserem bereitgestellten Mietwagen begeben. Es liegen ja nur 11 Stunden zwischen dem winterlichen London und dem sonnigen Kapstadt und gerade das Wetter ist es, dass uns die Anstrengungen einer Nacht mit vielen Filmen und wenig Schlaf vergessen lässt. Als der Jumbo einen Bogen über dem Meer flog und wir rechts von uns den Tafelberg erblickten, waren wir noch ziemlich müde; doch jetzt sind wir hellwach und schon sehr gespannt, was die Stadt so zu bieten hat. Wir könne es am Anfang noch nicht fassen, während man bei uns Minusgrade misst, hat es hier angenehme dreißig Grad und so schnell wird sich da nicht ändern. Wir haben das Glück bei einem Freund zu wohnen – er wanderte vor fünf Jahren ins sonnige Kapstadt aus – und noch dazu wohnt dieser in einer ganz netten Gegend, nämlich direkt am Fuß des Tafelbergs mit Ausblick auf Downtown mit seinen Wolkenkratzern. Langsam kommt Ferienstimmung auf und wir beschließen die Gegend zu erkunden und landen an einem herrlichen Sandstrand im Süden der Stadt. Zur Feier des Tages knacken wir uns ein paar Castle (wirklich gutes südafrikanisches Bier) und schauen uns die Menschen an, die an der Promenade den Strand entlanggehen.

Dieser Tag ist schnell vorbei aber voll von sehr positiven Eindrücken – und wir sind erstaunt festzustellen, dass hier alles doch ziemlich europäisch mediteran ist, zumindest dem Aussehen nach. Am nächsten Tag müssen wir, die an Öffis und Autostoppen gewöhnte Europäer einmal ausprobieren, wie es hier mit dem öffentlichen Verkehr steht. Wir beschließen per Autostopp an den nächsten Strand zu fahren. Wir haben Glück: wir fahren mit zwei Sunnyboys in einem Cabrio mit an den Strand. Normalerweise geht das Autostoppen nicht so einfach. Erfahrungen haben uns gezeigt, dass Leute mit geschlossenen Fenstern an roten Ampeln stehen, aus Angst vor Überfällen. Wir konnten sie nur an Tankstellen ansprechen, aber dann nahmen sie uns bereitwillig mit.

Am Nachmittag wollen wir mit dem Bus nach Hause fahren, doch unmöglich eine Haltestelle zu lokalisieren und so beschließen wir zu Fuß zurückzugehen. Nach Gesprächen mit Einheimischen stellt sich heraus, dass der öffentliche Verkehr in Kapstadt kaum existiert, lediglich eine Bahnstrecke führt von Kapstadt in Richtung Kap der Guten Hoffnung nach Simon’s Town. Zur Auswahl stehen 1. Und 3. Klasse – wobei letztere am aufregendsten ist. Wer lieber mit dem Mietwagen fährt, ist in Südafrika wirklich gut dran. Es gibt billige Mietwägen in wirklich gutem Zustand, das Benzin ist um ein Drittel billiger und Geschwindigkeitskontrollen gibt es so gut wie keine. Vorsicht sollte auf den Straßen doch geboten sein, da, vor allem in den Nachtstunden, mit viel Alkohol am Steuer und überhöhter Geschwindigkeit gefahren wird. Glückspilze wie wir sind, hatten wir im Jahr zuvor einen Südafrikaner aus Kapstadt kennen gelernt, mit dem wir uns verabreden. Wenn man sich mit Freunden einen Treffpunkt zu einer bestimmten Zeit ausmacht, so kommen die Südafrikaner generell mal zwei Stunden später und, so fügt unser Freund Gray Turner hinzu: "man muss froh sein, dass sie überhaupt kommen!" Das ist eben Südafrika, aber man gewöhnt sich schnell an die relaxte Mentalität der Menschen. Was hier zu zählen scheint ist, am Tag ein paar Stunden zu arbeiten, dann schnell mit dem Board im Auto an einen Strand mit hohen Wellen fahren – es gibt immer gute Wellen zum Surfen – oder einfach bei guten Windverhältnissen Windsurfen. Wind gibt es im Sommer genug und er lässt sich auch gut vorhersagen, wie uns ein Einheimischer erzählt: immer wenn der Tafelberg in Wolken gehüllt ist, gibt es am nächsten Tag Wind; und das geschieht jeden dritten Tag. Man würde meinen, Wind sei etwas Unangenehmes, doch empfanden wir diesen warmen starken Wind alles andere als unangenehm. Wer den Wind am Strand scheut, der sollte sich an den berühmten Clifton Beach begeben. Dieser Strand ist, im Gegensatz zu allen anderen Stränden in der Umgebung, immer windgeschützt und so kann man auf dem warmen Sand gut Sonnenbaden. Das Baden im Wasser ist nur besonders "Harten" zu empfehlen, denn das Baden bei vierzehn Grad im Südatlantik ist sicherlich kein Genus und auch bei einer Wassertemperatur von achtzehn Grad in der False Bay, die durch einen warmen Strom vom indischen Ozean durchflutet wird, bleibt man nicht lange im Wasser. Clifton Beach ist ein Strand zum sehen und gesehen werden und das in Sichtweite der Stadt und des Tafelbergs. Hier trainieren muskelbepackte Sunnyboys und blonde Girls im Bikini das Retten von Surfern in den hohen Wellen. Auf diesem Strand zu liegen ist eine reine Augenweide. Wenn die Sonne untergeht, bilden sich kleinere Gruppen von Menschen, die fast jeden Tag auf den Sonnenuntergang mit Sekt anstoßen.

In Kapstadt heißt es fast jeden Tag "Party!"; es gibt für jeden etwas. Egal ob es ins La Med, auf irgendwelche Megaparties im Zentrum oder bei Vollmond auf den Lion’s Head geht, es wird immer gefeiert und man trifft auch immer Leute. Bei Vollmond sollte man mit dem Auto auf den Signal Hill, der gleich neben dem Tafelberg liegt, fahren und von dort aus, mit viel Sekt bewaffnet auf den Lion’s Head wandern. Der Gipfel ist in solchen Nächten recht voll, doch wird die Mühe des fünfundvierzigminütigen Aufstieges durch einen wunderschönen Ausblick auf die nächtliche Stadt belohnt; Fotoapparat mit Stativ sollte man hier nicht vergessen. Ein Tipp für alle jungen Hüpfer die gerne Billard spielen und Leute kennen lernen möchten, ist das Rolling Stones in Observatory in Kapstadt. Hat jemand Lust, so richtige Surfer zu sehen, dann ist man in am Strand von Llundudno, etwa zehn Kilometer von Kapstadt gut aufgehoben. Hier treffen sich Surfer nach der Uni oder nach der Arbeit um sich in die riesigen Wellen zu stürzen. Der Strand liegt an einer Bergflanke, die mit wahren Palästen verbaut ist, und für geologisch Interessierte gibt es am westlichen Ende des Strandes bizarre Gesteinsformationen.

Ein obligater Ausflug geht, wenn man sich in Kapstadt aufhält, an das Kap der Guten Hoffnung. Man fährt auf einer sich der Küste enlangschlängelnden Straße und genießt an Aussichtspunkten das türkise Meer und die farbigen Felsen, die allzu oft senkrecht in die Höhe ragen. Bevor man ans Kap kommt, passiert man gegen ein geringes Entgelt die Einfahrt zum Naturreservat, das sich nach Süden bis ans Kap der Guten Hoffnung erstreckt. Nicht selten jagen an einem bewölkten Tag salzhaltige Wolkenfetzen über die niedrigen Büsche und ab und zu laufen einige Strauße über die asphaltierte Fahrbahn. Am Kap angekommen, sehen wir aufgrund des Nebels nichts von den angekündigten Schiffwracks, die angeblich vorm Kap liegen sollen. Wir beschließen unseren Hunger in einem nahe gelegenen Restaurant zu stillen. Als wir uns auf das niedrige Gebäude zu bewegen, werden wir Zeugen einer lustigen Szene. Wir sehen, wie ein Baboon (eine Affenart), auf einen auf der Terrasse befindlichen Tisch springt, einer kreischenden Frau geschickt den Hamburger entwendet und auf das Flachdach des Gebäudes flüchtet. Die Parkwächter sind sofort zur Stelle, werfen dem Baboon mit Steinen nach, der unter lautem Gekreische, den Hamburger hinter sich lassend, ins Gebüsch flüchtet. Einheimische erklären uns, dass Baboons ganz schön gefährlich werden können. Man dürfe nie ein Autofenster offen lassen, ansonsten die Affen das Innere ganz verwüsten könnten. Bei solchen Shows, wie sie uns dieser Affe geboten hat, halten sich die Baboons aber meist schadlos, sie möchten nur ihren Spaß haben! Für den Weg zurück nach Kapstadt nimmt man am besten die Straße an der Ostseite der Halbinsel, wo man dann in Simon’s Town, einem netten Städtchen und Stützpunkt der südafrikanischen Marine halt, machen kann. Wer südafrikanische Skulpturen erstehen möchte, kann dies bei einem der zahlreichen Straßen- oder Antiquitätenhändler tun. Bei den Straßenhändlern ist, wie der Name schon sagt, um den Preis Handeln und Feilschen angebracht. Die größte Edelsteinschleiferei der Welt (Mineral World) am nördlichen Ende des Städtchens ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Hier können sie nicht nur Edel- und Halbedelsteine bewundern, sondern man kann hier auch auf einer beachtlich großen Fläche auf Halbedelsteinen herumgehen und die schönsten davon käuflich erwerben – säckchenweise!

Für Freunde des Bergsteigens bietet sich die ideale Gelegenheit zu Fuß auf den über 1000 m hohen Tafelberg hinaufzusteigen, allerdings ist es ratsam dies im Sommer am frühen Morgen zu machen, da man sonst während des über zweistündigen Aufstieges ganz schön in Schwitzen gerät. Am besten beginnt man den Aufstieg von der Seilbahnstation und nimmt dann den markierten Weg. Zu festen Wanderschuhen können sie lieber zu viel als zu wenig Trinkwasser mitnehmen. Je höher man hinaufsteigt, desto atemberaubender wird der Blick auf die Stadt, Robben Island und die Buchten mit ihren Stränden.

Mit unserem Freund Gray sind wir in Kapstadt viel unterwegs; er ist durch und durch Südafrikaner. Er verbrachte einen Teil seiner Kindheit in England und als er hierher zurückkam konnte er es kaum fassen: ''ich konnte es einfach nicht glauben, in diesem wunderschönen Land geboren worden zu sein", verrät uns der immer gut aufgelegte Surfer aus Kapstadt.

Wer an der Schönheit dieses Landes zweifelt, soll selber hierher kommen, wir haben uns auf unserer einmonatigen Reise von der Schönheit dieses Landes überzeugt.


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Ich reiste 1998 zum 1. Mal nach Südafrika. Heute gehört es zu den beliebtesten Reisezielen.

Links
Klimadiagramm Kapstadt
Wetter in Kapstadt
Kapstadt.de - die Infoseite
Kapstadt.at
Capetown.co.za
Reisen in Südafrika
Abenteuer in Südafrika
Reisebericht Kapstadt
Fotos zu Südafrika
Jeffreysbay.com
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